© Christoph Burkhard / KAPOPO UG
12. März 2025
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Michelle Bittroff

Mit PowerPoint-Karaoke zum Kommunikationsprofi: Ein Gespräch mit dem KAPOPO-Gründer

Präsentationstraining, but make it fun? Genau das dachte sich auch Tom Sievert, Gründer von KAPOPO.​ KAPOPO ist das größte Portal für PowerPoint-Karaoke.Ein Tool das spielerisches Lernen ermöglicht – und aus Improvisation eine echte Superkraft macht. Doch wie hilft PowerPoint-Karaoke dabei, souveräner zu präsentieren? Und was kann ein spielerischer Ansatz, das klassische Trainingsmethoden nicht bieten? Im Interview gibt Tom spannende Einblicke in die Welt der spontanen Präsentationen – und erklärt, wie KAPOPO und VR EasySpeech sich perfekt ergänzen.​

Was ist PowerPoint-Karaoke genau, und wie unterscheidet es sich von einem klassischen Vortrag oder einer Präsentation?

Tom Sievert: ​PowerPoint-Karaoke ist eine Mischung aus einem (Improvisations-)Spiel und Präsentationstraining. Im Gegensatz zu einem klassischen Vortrag wissen die Teilnehmenden vorher nicht, welches Thema und welche Folien sie präsentieren werden und müssen so tun, als wären sie Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet. Die Präsentationen sind oft bewusst absurd oder humorvoll gestaltet und die Herausforderung besteht darin, spontan und überzeugend über ein unbekanntes Thema zu sprechen. Dabei geht es in erster Linie nicht um die seriöse Vermittlung von Inhalten, sondern um die Förderung von Kreativität, Schlagfertigkeit und Improvisationsfähigkeit. Gleichzeitig kann man mit PowerPoint-Karaoke aber auch ganz gezielt an seinen (rhetorischen) Schwächen arbeiten und seine Stärken ausbauen.

Ihr habt KAPOPO als Tool speziell für PowerPoint-Karaoke entwickelt. Was ist KAPOPO und wer nutzt es?

Tom Sievert:​ KAPOPO ist eine digitale Plattform, die PowerPoint-Karaoke und weitere Rhetorikspiele einfach zugänglich macht. Wir bieten eine große Auswahl an Präsentationen, die ständig erweitert und aktualisiert werden. Zusätzlich bieten wir interaktive Features wie zufällig generierte Wörter und Aufgaben, die in die Präsentationen eingebaut werden müssen, oder ein Quiz am Ende – das sorgt für noch mehr Spaß und Herausforderung.

KAPOPO wird z. B. von Unternehmen zum Teambuilding, von Schulen zur Stärkung der Präsentationskompetenz, von Coaches, Präsentations- und Rhetoriktrainer*innen in Workshops, aber auch von Freundeskreisen für lustige Abende eingesetzt.

Aha, wenn ich nun PowerPoint-Karaoke im Freundeskreis oder auch bei Team-Events spiele und unbedingt als PowerPoint-Karaoke-Sieger nach Hause gehen will, welche Tipps und Methoden gibt es, um besonders gut abzuschneiden?

Tom Sievert:​ PowerPoint-Karaoke lässt sich, wie viele andere Spiele auch, gut mit etwas Wettbewerb kombinieren. Das kann dann auch den Druck erhöhen. Für uns ist es weniger ein Wettbewerb als ein Gemeinschaftserlebnis – ähnlich wie bei „Wer bin ich“ oder „Story Cubes“. Für uns steht das Miteinander und der Spaß am Ausprobieren im Vordergrund, nicht das Gewinnen. Die folgenden Tipps helfen aber zum Glück für beide Varianten:

  • Selbstbewusstsein zeigen:​ Auch wenn der Inhalt unsinnig ist, wirkt eine souveräne Körpersprache überzeugend.
  • Humor einsetzen:​ Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Ich finde, um den Einstieg in einen Witz oder in eine humorvolle Erzählung zu finden, ist es oft am sichersten zu sagen: „Das bin ich“ oder „Das ist meine Katze“, „Das ist mein… “ usw. Das schafft noch einmal einen persönlichen Bezug und man kann eine Pointe dazu erzählen.
  • Die Folien kreativ interpretieren:​ Es muss nicht wortwörtlich erklärt werden, was auf den Folien steht. Eine originelle Geschichte bleibt in Erinnerung. Und so übt man gleich auch noch ein bisschen Storytelling.
  • Flexibel sein:​ Falls man mal nicht weiterkommt, ist es hilfreich, die Folien in kleine Teile zu zerlegen. Das heißt, man konzentriert sich zunächst auf ein Bild, das einen anspricht oder auf ein Wort, das nachklingt. So findet man einen guten Einstieg und geht von dort aus weiter.
  • Das Publikum einbinden:​ Fragen oder kleine Interaktionen machen die Präsentation lebendig.

Inwieweit beeinflusst der "spielerische Charakter" von PowerPoint-Karaoke den Lerneffekt oder die Motivation der Teilnehmenden?

Tom Sievert:​Der spielerische Charakter nimmt zunächst einmal den Erwartungsdruck, denn niemand erwartet eine perfekte Präsentation, wenn er nicht weiß, worum es geht. Schon Friedrich Schiller sagte: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“. Spiele bieten oft einen Raum, in dem andere Regeln gelten als in der realen Welt. So können Menschen verschiedene Rollen ausprobieren, kreative Lösungen finden und Herausforderungen spielerisch meistern. In vielen Fällen bietet das Spiel eine „sichere“ Umgebung, in der Menschen Risiken eingehen, Fehler machen und neue Fähigkeiten entwickeln können, ohne die Konsequenzen fürchten zu müssen. PowerPoint-Karaoke ermöglicht es den Teilnehmenden, sich auszuprobieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern, ohne sich belehrt zu fühlen. Gleichzeitig ermöglicht die entspannte Atmosphäre, Fehler zu machen und daraus zu lernen – ein entscheidender Faktor für die persönliche Entwicklung.

Bei PowerPoint-Karaoke geht es viel um Spontanität und den Umgang mit unbekannten Situationen. Welche Fähigkeiten können Mitarbeitende dadurch entwickeln?

Tom Sievert:​ Es gibt eine ganze Reihe Fähigkeiten, die Mitarbeitende trainieren:

  • Spontanität und Flexibilität:​ Schnell auf neue Situationen reagieren zu können, kann erlernt werden. Denn es kann durchaus mal vorkommen, dass ein Kollege krank wird und man spontan einspringen und dessen Präsentation halten darf.
  • Selbstentfaltung:​ Viele vermeintliche Schwächen haben nichts mit fehlendem Talent oder mangelnder Redekunst zu tun. Das meiste ist reine Übungssache. PowerPoint-Karaoke hilft, das Selbstvertrauen zu stärken, Ängste abzubauen und die persönliche Entwicklung mit Spaß voranzutreiben.
  • Kreativität:​ Hier geht es darum, unerwartete Inhalte in spannende Geschichten zu verwandeln.
  • Stressmanagement:​ Auch unter Druck gelassen und souverän bleiben, ist eine Kunst. Durch diese Erfahrung lernt der Körper in Zukunft besser damit umzugehen und man hat weniger Symptome von Lampenfieber, wenn man weiß, dass nicht alles 100%-ig laufen muss.
  • Teamfähigkeit:​ PowerPoint-Karaoke fördert oft auch die gegenseitige Unterstützung und regt zum Mitmachen an.

Wie steht es um die Hemmschwelle bei PowerPoint-Karaoke für die Teilnehmenden? Ist sie groß bzw. größer, weil es – anders als bei z. B. VR EasySpeech – vor anderen bzw. mit anderen "gespielt" wird, statt Übungen nur allein und für sich zu machen?

Tom Sievert:​Es kommt sicherlich immer ein wenig darauf an, in welchem Rahmen, mit wem und mit wie vielen Personen gespielt wird. Für manche ist die Hemmschwelle anfangs sicher groß, da die Teilnehmenden im Gegensatz zu VR EasySpeech sofort vor einer realen Gruppe sprechen und ein unmittelbares (auch nonverbales) Feedback erhalten. Eine lockere und humorvolle Atmosphäre hilft jedoch, diese Hemmschwelle schnell zu überwinden. In einer kleineren Gruppe sollte auch jeder Anwesende an die Reihe kommen und man beginnt mit Freiwilligen. Wer etwas vortragen möchte und sich nicht gleich oder allein traut, kann auch mit einer anderen Person zusammen eine Präsentation halten.

Du bist auch mit anderen Tools wie VR EasySpeech vertraut. Wie können KAPOPO und VR EasySpeech zusammen genutzt werden, um Präsentationskompetenzen nachhaltig zu verbessern?

Tom Sievert:​ KAPOPO und VR EasySpeech ergänzen sich hervorragend: VR EasySpeech ermöglicht ein realistisches Simulationstraining in einer kontrollierten Umgebung, während KAPOPO Spontanität und Flexibilität in einer spielerischen Atmosphäre fördert. In Kombination können sie dazu beitragen, sowohl strukturiertes Präsentieren als auch den Umgang mit unvorhergesehenen Situationen zu trainieren. Durch den Einsatz und das Feedback der KI- gestützten Sprachanalyse von VR EasySpeech kann der Nutzer oder die Nutzerin noch gezielter an wichtigen Parametern arbeiten: PowerPoint-Karaoke als Methode bringt oft den natürlichen Präsentationsstil zum Vorschein und Vortragende denken zunächst weniger über Atmung, Füllwörter, Körpersprache, Redetempo, Gestik, Lautstärke, Deutlichkeit, Tonalität, Wortwiederholungen und ihren Wortschatz nach. Sie hoffen nur, irgendwie durch die Präsentation zu kommen.

Und zum Abschluss noch eine ganz andere Frage: Erst letztens hast du deine erste KAPOPO-Veranstaltung moderiert. Was ist dein persönlicher Lieblingsmoment bei einer PowerPoint-Karaoke-Session?

Tom Sievert:​ Mein Lieblingsmoment bei PowerPoint-Karaoke ist, wenn ich sehe, wie die Vortragenden über sich selbst hinauswachsen. Einerseits fasziniert es mich, wie jemand die von uns erstellten Präsentationen interpretiert und dabei überraschende, oft witzige oder kreative Wendungen findet, die ich oder wir selbst nie erwartet hätten. Andererseits ist es großartig, zu beobachten, wie manche, die anfangs noch zurückhaltend oder unsicher wirken, im Laufe ihres Vortrags immer mehr in den Flow kommen.

Besonders schön ist dieser eine Moment, wenn es bei jemandem "Klick" macht und er oder sie plötzlich den roten Faden für das Thema entdeckt, einen besonderen Witz landet oder die perfekte Verbindung zu einer Folie herstellt. Bei erfahrenen Rednerinnen und Rednern ist es oft anders – sie überzeugen meist durchweg – aber gerade bei denjenigen, die sich Schritt für Schritt steigern, spürt man diese starken Augenblicke besonders.

Vielen Dank für deine Zeit, Tom. Wir sehen also deutlich: Präsentationstraining muss nicht trocken und einschüchternd sein – ganz im Gegenteil! PowerPoint-Karaoke zeigt, wie viel Spaß es machen kann, vor anderen zu sprechen, kreativ zu werden und aus der eigenen Komfortzone herauszutreten.

Egal ob für Einsteiger, die Lampenfieber abbauen wollen, oder für erfahrene Rednerinnen und Redner, die ihre Spontaneität schärfen möchten – hier findet jeder eine spielerische Herausforderung, die nicht nur unterhält, sondern auch nachhaltig weiterbringt. Wer noch an Ausdruck, Präsenz und einem klaren Aufbau feilen will, kann das mit VR EasySpeech ganz entspannt in einer realistischen Umgebung tun – für ein rundum starkes Präsentations-Skillset.

Ist Virtual Reality Training etwas für Sie oder Ihr Unternehmen? Gerne beraten wir dabei, wie VR EasySpeech nach den eigenen Bedürfnissen eingesetzt werden kann – kostenlos und unverbindlich.

 

Michelle Bittroff
Michelle arbeitet seit Oktober 2023 als Online-Redakteurin beim Verlag Dashöfer. Nach ihrem Germanistik-Studium in Leipzig hat es sie in die schöne Hansestadt Hamburg verschlagen, wo sie in ihrer Freizeit gerne spazieren geht und mit einem Kaffee in der Hand den Blick auf die Alster genießt.
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